Verschwörung im Berlin-Express Ja, die Schweden sind schon ein merkwürdiges Völkchen. Irgendwie gelten Sie ja als Exoten. Den meisten Deutschen sind sie nur für Ikea und Pippi Langstrumpf bekannt, nicht aber für herausragende Filmkunst. Fasst man den Bogen etwas weiter, dann kommt man zu dem Schluss, dass der skandinavische Film insgesamt skurril wie unterhaltsam ist. Als beste Beispiele gelten da „In China essen sie Hunde“ und „Adams Äpfel“. Doch auch der schwedische Film hat so manches Kuriosum zu bieten.
„Verschwörung im Berlin-Express“ positioniert sich zwischen Thriller und schwarzer Komödie. Der Plot liest sich anfangs recht seltsam. Es ist das erste Weihnachtsfest im kriegszerstörten Europa. Ein Personenzug fährt von Berlin nach Stockholm. Dabei stehen die einzelnen Passagiere im Mittelpunkt des Geschehens. Das klingt bis hierhin erst einmal noch nicht so spektakulär, doch ist es die Umsetzung, die diese schwarze Komödie so skurril erscheinen lässt. In erster Linie machen die Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, das Besondere aus. Da ist zum Beispiel der zynische Arzt Henry, der seine Geliebte Marie trifft. Doch damit sie ihrer Liebe frönen können, muss erst einmal Henrys Frau aus der Welt geschafft werden. Gunnar, ein Schriftsteller, fährt nach Berlin, weil er Aufbauhilfe leisten möchte, ein an sich guter Mensch also. Doch durch die Verkettung kurioser Umstände kommt es, dass er einen Kriegsveteranen verstümmelt und ein schwules Pärchen vergiftet. Eine Obernonne flucht und verliert ihren Glauben, eine Horde baltischer Flüchtlinge befindet sich ebenfalls an Bord. Besonders das Ende des Films ist innovativ wie überraschend. Doch allzu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Der Regisseur hat Hauptaugenmerk auf die verrückten Details gelegt. Allein dadurch, dass der Film durchweg in einem Sepia-Ton gehalten wurde, schafft eine einzigartige Atmosphäre. Gedreht wurde dabei in Krylbo, da der örtliche Bahnhof dem von Stockholm aus den 40er Jahren auch heute noch ähnelt. Insgesamt hat der Film einen recht altmodischen Stil – und das ist in keinster Weise abwertend gemeint.
Fazit: Wer eine Schwäche für skurrile Filme hat und gleichzeitig den Genres schwarze Komödie und Thriller nicht abgeneigt ist, der ist mit „Verschwörung im Berlin-Express“ genau richtig bedient. Damit steht einem unterhaltsamen Filmabend nichts mehr im Wege. Schweden hat also anscheinend doch mehr zu bieten als Pippi Langstrumpf und Ikea. |
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